Ausflugsziele Erzgebirge: Magische Orte im Erzgebirge entdecken
Das Erzgebirge wird als touristisches Ausflugsziel häufig unterschätzt, dabei lohnt sich ein Besuch insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten. Auch in den Sommermonaten hat das Naturparadies viel zu bieten.
Inhaltsverzeichnis
Ausflugsziel: Das Erzgebirge
Die Montanregion Erzgebirge erstreckt sich über Ländergrenzen hinweg: Würde man eine Linie zwischen den höchsten Punkten des Gebirges ziehen, eine sogenannte Kammlinie, verläuft knapp nördlich davon die deutsch-tschechische Ländergrenze. Neben der atemberaubenden und einmaligen Landschaft, die für Wintersportler, Wanderer und Radfahrer viele verschiedene Strecken und Wege durch tiefe Täler und bewaldete Hügel zu bieten hat, zeichnet sich das Erzgebirge vor allem durch seine reiche Geschichte und bewahrte Traditionen aus. Wirtschaftlich wurde die Region seit dem Mittelalter primär durch den Bergbau geprägt. Nach den ersten Silbererzfunden zu Beginn des 12. Jahrhunderts ließen sich zahlreiche Bergleute und Händler nieder, die somit den Grundstein für die fast 800 Jahre anhaltende Bergbautradition im Erzgebirge legten. Städte, wie das heutige Annaberg-Buchholz entstanden als sogenannte Bergstädte.
Im Zuge der verbesserten Infrastruktur durch den Ausbau von Handelswegen im 16. Jahrhundert bekam der Bergbau einen erneuten Aufschwung und erreichte damit seinen Höhepunkt. Freiberg und Annaberg prosperierten in dieser Zeit zu den größten Städten Sachsens. Mit dem Ausgang des vergangenen Jahrhunderts fand auch der Betrieb der letzten Bergbaustätten im Erzgebirge ein Ende. Im Jahr 2019 wurde die Montanregion Erzgebirge als UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Ein wirklich lohnenswertes Ausflugsziel im Erzgebirge ist der Besuch eines alten Bergwerks, z.B. in Annaberg-Buchholz. Die Geschichte dieser allumfassend prägenden Montanindustrie wird bewahrt – ebenso wie die Tradition der einzigartigen Erzgebirgischen Volkskunst: der Holzwaren- und Handwerkskunst.
Traditionen im Erzgebirge
Das Erzgebirge ist touristisch vor allem in der Adventszeit stark frequentiert. Dies dürfte nicht zuletzt an den Schwibbögen liegen, die im Erzgebirge produziert werden und überregional als Symbol der Weihnachtszeit bekannt sind. Auch Weihnachtspyramiden, Nussknacker und Räuchermännchen zählen zum Inventar der beliebten weihnachtlichen Holzwarenkunst aus dem Erzgebirge. Der Ort Seiffen erlangte insbesondere durch die Produktion von hochwertigem Holzspielzeug bundesweite Bekanntheit. Die erzgebirgische Volkskunst stellt die größte kulturelle Tradition dieser Region dar.
Die erzgebirgische Küche, die als ländlich, unkompliziert und deftig beschrieben werden kann. Charakteristische Lebensmittel sind Kartoffeln, Pilze sowie Beeren – eben das, was die dichten Waldgebiete und eigenen Gärten ehemals hergaben. In dem alten Volkslied dem „Schwammemarsch“ heißt es: „War viel Schwamme ißt, dar spart das teire Brut“ – wer die Pilze isst, spart sich das teure Brot. Die böhmische Seite des Erzgebirges verfügte verständlicherweise über eine ähnliche Lebensmittelauswahl. An dieser Stelle sollen trotzdem die üppigen Soßenmengen und die klassischen böhmischen Knödel hervorgehoben werden, deren Pendant auf sächsischer Seite wohl die alt herkömmlichen Reibekuchen, die sogenannten „Rauchemaad“, darstellen. Unser Tipp: Probieren Sie doch einfach sowohl die sächsische als auch die böhmische Kartoffelvariante bei Ihrem Ausflug ins Erzgebirge! Welche Sehenswürdigkeiten einen Besuch wert sind und welche Ausflugsziele im Erzgebirge wir Ihnen besonders ans Herz legen können, erfahren Sie im folgenden Abschnitt. Außerdem verraten wir Ihnen, wo Sie magische Orte im Erzgebirge mit der gesamten Familie entdecken können!
Ausflugsziel im Erzgebirge für Naturliebhaber: Wandern im Schwarzwassertal
Lage und Anfahrt: Das Schwarzwassertal liegt in der Nähe des Ortes Marienberg und ist ein Naturschutzgebiet, das über 186 Hektar umfasst. Ausgangspunkte für Ihre Wanderung sind entweder Pobershau oder Kühnhaide, denn aus diesen Orten starten die meisten Wanderwege.
Besondere Merkmale: Das Tal ist ideal zum Wandern und Radfahren. Erleben Sie die einzigartige Flora und Fauna hautnah. Es gibt verschiedene Wanderrouten, auf denen Sie das Schwarzwassertal mit seinen Höhepunkten wie den Nonnenfelsen oder den Katzenstein erkunden können.
Wandern im Schwarzwassertal
Wanderroute durch das Schwarzwassertal von Pobershau, ca. 15 km: Die Route kann selbstverständlich individuell angepasst werden. Sie starten vom Wanderparkplatz „Hinterer Grund“ in Pobershau. Von dort aus laufen Sie wenige hundert Meter zum Natur- und Lehrgarten, dem sogenannten Bauerngarten. Weiter zur überwucherten Mauer, entlang des Bachlaufs der Schwarzen Pockau gelangen Sie zum ersten Highlight des Schwarzwassertals: der Nonnenfelsen. Hierbei handelt es sich um eine beeindruckende Felsformation, die ehemals als Wehranlage genutzt wurde. Heute wird der Nonnenfelsen als Kletter-Hotspot geschätzt. Der nächste Halt ist die hübsche steinerne Brücke über die Schwarze Pockau. Vielleicht möchten Sie hier ein Picknick einlegen, bis Sie schließlich dem sogenannten Grünen Graben bis zum schnuckeligen Miniatur-Wasserrad mit Häusern folgen. Die letzte Etappe Ihrer Wanderung ist die Aussichtsplattform Katzenstein. Von hier aus genießen Sie einen sagenhaften Blick über das Schwarzwassertal, weshalb der Katzenstein den idealen Abschluss ihres Ausflugs darstellt. Kartenmaterial und eine exakte Wegbeschreibung sind hier einzusehen.
Sehenswürdigkeiten kurz und knapp:
– Nonnenfelsen
– Katzenstein
– Bauerngarten
– Miniatur-Wasserrad mit Häuschen
– wunderschöner Märchenwald
Tipps für Ihren Besuch: Die Natur im Schwarzwassertal ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Der optimale Zeitpunkt für den Besuch richtet sich also ausschließlich nach Ihrer Präferenz und Wetterfestigkeit. Wer sich für Pflanzen interessiert, kann während seiner Wanderung sicherlich einige spannende Funde in seiner Pflanzenbestimmungsapp verzeichnen.
Geheimtipp für magische Orte im Erzgebirge: Entlang der Route befindet sich ein wunderschöner Märchenwald, der Sie und Ihre Kleinsten nicht nur mit seiner malerischen Natur, sondern auch mit der besonderen Magie in der Luft verzaubern wird.
Ausflugsziele Erzgebirge für Kultur- und Geschichtsinteressierte: Die Silberstadt Freiberg
Lage und Anfahrt: Freiberg liegt zwischen Dresden und Chemnitz.
Besondere Merkmale: Die Stadt Freiberg ist durch den historischen Bergbau unglaublich geschichtsträchtig und hält wie kaum eine andere Stadt in Deutschland seine Geschichte in Ehren und setzt Traditionen wie die erzgebirgische Holzkunst fort.
Freiberg und seine Geschichte erkunden
Im Mittelalter war Freiberg einer der bedeutendsten Handelsstandorte. Seit der Gründung im 12. Jahrhundert blieb der Grundriss der historischen Altstadt unverändert, da der Stadtkern in den Kriegen nicht zerstört wurde. Besichtigen Sie den Obermarkt mit dem historischen Rathaus, welches bereits im Jahr 1410 entstand und ein Glockenspiel aus originalem Meißner Porzellan beherbergt. Den aus dem späten 15. Jahrhundert stammenden Dom St. Marien mit seiner charakteristischen goldenen Pforte sollten Sie ebenfalls besuchen. Wo sonst in Deutschland ist das mittelalterliche Städtewesen noch so deutlich sichtbar? Der florierende Handel und insbesondere der Abbau von Silber brachte der Stadt ungeahnten Reichtum und dieser wiederum Kapazität für Fortschritt. Das Stadttheater ist weltweit einzigartig: Es wurde in seiner ursprünglichen Form aus dem Jahr 1790 erhalten und dauerhaft von einem städtischen Ensemble bespielt – eine weltweite Sensation. Besuchen Sie dieses Unikat unbedingt bei Ihrem Ausflug nach Freiberg.
Sehenswürdigkeiten kurz und knapp:
– Museum für Bergbau und Geologie
– Petrikirche und Petriturm
– Obermarkt mit dem historischen Rathaus
– Dom St. Marien mit der goldenen Pforte
– Mittelsächsisches Theater Freiberg
Tipps für Ihren Besuch: Das Museum für Bergbau und Geologie im Schloss Freudenstein ist definitiv einen Besuch wert, wenn man mehr über den historischen Bergbau in der Region und die faszinierende Entwicklung der Stadt Freiberg erfahren möchte. Vom Petriturm haben Sie einen grandiosen Ausblick über die Stadt.
Ausflugsziele Erzgebirge für Geschichts- und Kulturinteressierte: Die Berg- und Adam-Ries-Stadt Annaberg-Buchholz
Lage und Anfahrt: Südlich von Chemnitz in Richtung Oberwiesenthal
Besondere Merkmale: Geschichtlich und kulturell hat das als Terrassenstadt anmutende Annaberg-Buchholz einiges zu bieten. Ob Sie sich für bekannte Persönlichkeiten wie Adam Ries, das erzgebirgische Holzhandwerk oder den historischen Bergbau interessieren – hier kommt jeder auf seine Kosten. Die Tradition des Klöppeln ist dort seit dem 16. Jahrhundert vertreten. Bei Ihrem Stadtbesuch sollten Sie sich unbedingt einige Meisterwerke ansehen.
Bergbau in Annaberg-Buchholz erleben
Über den Dächern der Stadt erhebt sich die imposante spätgotische St. Annenkirche. Der Anstieg ist steil, doch erst einmal oben angekommen, werden Sie entlohnt. Die vielen kleinen Geschäfte, die den steilen Weg zur St. Annenkirche säumen, könnten gleichermaßen als Etappenziele dienen und Ihnen den Anstieg versüßen. Wer sich näher mit dem historischen Bergbau informieren und sich wie ein echter Bergmann fühlen möchte, hat in Annaberg-Buchholz die Gelegenheit dazu: Im Besucherbergwerk Dorothea-Stolln sind die ursprünglichen Gangsysteme aus dem Mittelalter erhalten geblieben. Mit Schutzkleidung und einer Kopflampe ausgestattet, erkunden Sie mit einem Guide das über 500 Jahre alte Stollen-Areal mit vielen magischen anmutenden Tropfsteingebilden. Eine Auflistung weiterer Besucherbergwerke im Erzgebirge finden Sie im Übrigen hier. Beim Abbau der (Edel-)Metalle blieb es jedoch nicht, um das Material weiterzuverarbeiten, kam es in Hammerwerke wie dem Frohnauer Hammer, welches seit dem Jahr 1621 besteht. Das wasserbetriebene Hammerwerk ist noch immer funktionstüchtig und wurde 1910 in ein Schmiedemuseum umgewandelt. Heute gilt es als ältestes seiner Art in Deutschland und zählt zum UNESCO-Welterbe „Montanregion Erzgebirge“. Runden Sie Ihren aufregenden Ausflug nach Annaberg-Buchholz mit einem Restaurantbesuch und dem Verzehr traditioneller Gerichte wie Klitscher, Buttermilchgetzen oder Schwammebrieh. Weitere Informationen rundum Annaberg-Buchholz finden Sie hier.
Sehenswürdigkeiten kurz und knapp:
– Adam-Ries-Museum
– Manufaktur der Träume
– St. Annenkirche
– Besucherbergwerk Dorothea-Stollen
– Frohnauer Hammer
Tipps für Ihren Besuch: Im Jahr 1522 zog der bekannte Mathematiker Adam Ries nach Annaberg und arbeitete dort über 35 Jahre bis zu seinem Lebensende als Bergbeamter und Rechenmeister. Im Adam Ries Museum in der Nähe des Marktplatzes können Sie sich selbst ein Bild über einen der prägendsten Mathematiker machen. Die Manufaktur der Träume ist ebenfalls einen Besuch wert, dort erwartet Sie eine Ausstellung der erzgebirgischen Volkskunst für die ganze Familie. Das dort ausgestellte historische Spielzeug wird auch die Herzen der Kleinsten höherschlagen lassen.

